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Star Ocean: The Last Hope

Unser Review des Sci-Fi Anime RPGs




Star Ocean: The Last Hope - der neuste Teil der Star Ocean Reihe exklusiv für die Xbox 360. Doch der inzwischen vierte Teil ist nicht etwa eine Fortsetzung, sondern ein Prequel. Ein Prequel des ersten Teils sogar. The Last Hope spielt stolze zwei Jahrhunderte vor den Ereignissen von Star Ocean. Auf den ersten Blick seltsam, auf den zweiten Blick clever. Denn weltweit ist Star Ocean noch nicht überall angekommen. Und wer neu einsteigt wie vermutlich viele Europäer, muss keine Angst haben, fehlendes Wissen könnte ihm den Spielspaß verderben.

Die Geschichte

Das Spiel beginnt kurz nach dem Ausbruch des 3. Weltkrieges. Eine schwere Auseinandersetzung zwischen der World Republic Federation und einer Allianz anderer Nationen gipfelt im schonungslosen Einsatz von Atombomben, welche die Erdoberfläche fast vollständig zerstörten. Die Menschen flüchten in wenige überlebende Städte, doch über lang oder kurz ist die Erde dem Untergang geweiht. Ganz klar, wohin der Blick geht: ins Weltall.

Angesichts der weit größeren Gefahr - nämlich dem Aussterben aller Menschen - verbünden sich die verfeindeten Nationen im Jahr 2065 zur Greater United Nations. Die Universal Science and Technology Administration, kurz USTA, wird gegründet. In ihr liegt die Hoffnung der Menschheit. Ihr Ziel: die Eroberung neuen Lebensraumes. Wenige Jahre der Forschung vergehen, bis die USTA die Space Reconnaissance Force vorstellt. Eine Eliteeinheit von Pionieren, die 2087 zu ihrer Jungfernfahrt startet. Mit dabei sind die beiden Helden Edge Maverick und Reimi Saonji auf ihrem Schiff, der Calnus. Doch der Jungfernflug geht gehörig in die Hose... das Abenteuer kann beginnen!

Gleich zu Beginn wird deutlich: keine deutsche Synchronisation, lediglich deutsche Bildschirmtexte. Aber das kennen wir ja und wir wissen es zu vergessen, wenn der Rest stimmt. Das Square Enix viel Wert auf Zwischensequenzen legt, ist ebenfalls bekannt. So auch bei The Last Hope. Bis man so richtig ins Spielgeschehen eingreifen kann, vergeht fast eine dreiviertel Stunde. Dann aber macht man schon bald, was bei vielen Rollenspielen einen Großteil des Spiels ausmacht: Kämpfen!

Das Kampfsystem

In einer späteren 4er-Party gibt es handfeste Echtzeit-Action. Doch erst wenn wir in den teilweise riesigen Arealen Gegner anrempeln, wird es ernst. Das heißt wir können selbst entscheiden, ob wir kämpfen. Entscheiden wir uns dafür, wechselt das Spiel in eine Art Kampfbildschirm, der sich aber immer der Umgebung anpasst. Gestalten sich die Kämpfe anfangs noch als wildes A-Button-Smashing, kommen nach und nach mehr Angriffe und Kombos hinzu. Verschiedene Waffen- und Zauberskills der Charaktere werden auf die Tasten gelegt und gestalten die Kämpfe kurzweilig. Einen unserer Recken können wir direkt steuern, den anderen weist man im Menü (geht auch im Kampf) das Kampfverhalten zu. Während des Kampfes kann man aber zwischen den Charakteren wechseln. Mit voranschreitendem Spiel kann man seinen Charakteren die Fähigkeit von "Kettenkombos" lernen lassen. Dies bedeutet, dass man bis zu drei Waffen- oder Zauberskills auf die LT und RT-Tasten legen kann. Kettenkombos fügen höheren Schaden zu und füllen zudem schneller die "Zornleiste". Ist diese gefüllt, werden die Angriffe der Charaktee durchschlagender und die Verteidigung ist gestärkt. In dem Zusammen hang entstehen auch die "Zorn-Kombos". Hier kann man Kettenkombos ohne der Gefahr von Konterangriffen durchführen. Hierbei wird die "Zornleiste" aber vollständigt geleert.

Ein weiteres wesentliches Element des Kampfsystems sind die "Blindsides". Steigt man erstmal dahinter, bereitet dieses System viel Spaß. Visiert man seinen Gegner an, kann man sich geschickt hinter ihn bewegen. Der Vorteil liegt auf der Hand: man bewegt sich außerhalb des Blickfeldes des Gegners. Der ist dann natürlich überraschter, denn auch in The Last Hope gibt es nicht die berühmten Augen im Hinterkopf. Gelingt der "Blindside", ist der erste Angriff immer ein kritischer Treffer. Weiter geht es mit dem "Bonusboard". Der Name verrät schon, dass es sich hier um Boni handelt. Es gibt beispielsweise EXP-Boost zum schnelleren Levelaufstieg. Dafür müssen im Kampf Teilchen gesammelt werden, blaue Teilchen für einen EXP-Boost erhält man z. B., wenn man Gegner mit einem kritischen Angriff vernichtet.

Bei all den Kombos, Angriffen und Boni bringen die drei verschiedenen Kampfstile ein wenig mehr Stragie ins Spiel. Aus drei vorgefertigten Kampfstilen kann man für den Charakter wählen. Dabei ist einer der Stile beispielsweise offensiver ausgelegt und legt viel Wert auf "Blindsides". Auch einen neutralen und einen defensiven Stil gibt es. Je nach Art des Charakteres gilt es, die richtige Strategie zu wählen.

Viel Abwechslung abseits

Doch weg vom Kampfsystem und Gameplay, hin zum Rest. Absteits der eigentlichen Story kann man Stunden verbringen. Seien es die kleinen Nebenquests und Aufgaben oder auch das Erstellen von neuen Gegenständen. Dafür erfinden die Gruppenmitglieder verschiedene Rezepturen. Per Tastendruck kann man außerdem vorbeilaufenden Personen Gegenstände aus der Tasche klauen. Die Umwelt kann man um Erz erleichtern, welches man abbauen kann. Genug Abwechslung nach dem langen durchstreifen der riesigen Areale. Zum Überbrücken langer Strecken gibt es glücklicherweise kleine Hilfen. Erstens witzige rosa Hoppelhasen und zweitens einen Sprint per Tastendruck. Beides muss man erst via Skill erlernen. Die Hasen ruft man z. B. mit dem Hoppelruf.

Grafik, Soundtrack und kleine Kritikpunkte

Grafisch weiß der neuste Star Ocean Teil durchaus zu überzeugen. Der Sci-Fi-Anime-Stil ist natürlich Geschmackssache, aber der Anime-Look dürfte den meisten Ost-RPG-Fans natürlich bekannt sein. Das Spiel läuft flüssig, kleine Miniruckler fallen kaum auf. Die Areale sind abwechslungsreich und größtenteils auch detailreich und liebevoll ausgearbeitet. Der Soundtrack ist ebenfalls gelungen. Die Synchronisation ist solide, leider nur englisch. Zu wünschen wäre neben einer lokalisierten Synchronisation vielleicht noch die Originale gewesen, doch die hat leider nicht mehr mit auf die DVDs gepasst. Nicht ganz nachzuvollziehen sind die altmodischen Speicherpunkte. Bei Speicherpunkten ist natürlich vorprogrammiert, dass es auch mal dazu kommt, das mal keiner vorhanden ist, wenn man einen braucht. Wo wir schon bei den Kritikpunkten sind: die Kamera kann man zwar jederzeit frei drehen, aber manchmal ist die automatische Kameraführung wirklich gewöhnungsbedürftig.

Fazit

The Last Hope ist ein wirklich solides Rollenspiel. Klar, denn Square Enix verlässt sich größtenteils auch auf bekannte und beliebte Elemente. Wirklich neu ist in The Last Hope nicht viel. Aber trotzdem oder gerade deswegen macht das Spiel Spaß. Die Geschichte ist interessant und das Gameplay spaßig. Über die wenigen Kritikpunkte kann man hinweg sehen und so bekommt man mit The Last Hope etwa 40 Stunden gute Unterhaltung, wenn man sich größtenteils nur auf die Storyline konzentriert.



Herzlichen Dank an Reks für die Mithilfe
 
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